Werner H. Krause
SS-Standarte "Kurt Eggers"

Die Propagandaeinheit der Waffen-SS. Bericht und Dokumentation.

400 Seiten mit zahlreichen Fotos und Dokumenten, gebunden

Es war ein Novum der Kriegsgeschichte, dass deutsche Frontberichter im Verlauf des Zweiten Weltkrieges sich nicht nur als Chronisten betätigten, sondern auch die Rolle von Akteuren übernahmen wobei sie sich jedoch ausschließlich des Wortes als Waffe bedienten.
Dies war bei der Standarte »Kurt Eggers« der Fall. Sie entstand im Januar 1940 in Berlin-Zehlendorf, die auf Geheiß Himmlers der Waffen-SS als eine spezielle Propagandakompanie größere Präsenz in Presse, Wochenschau und Funk verschaffen sollte.
Etwa einhundert Kriegsberichter zählte diese Einheit zunächst, die erstmals während des Frankreich-Feldzuges als Konkurrenz zu den Propaganda-Kompanien der Wehrmacht in Erscheinung trat. Aus ihr ging später die Standarte »Kurt Eggers« hervor, zu deren Kommandeur Gunter d’Alquen ernannt wurde. Freiwillige aus zahlreichen europäischen Ländern – so auch der Sohn des großen norwegischen Dichters Knut Hamsun, Arild Hamsun, gehörten ihr ebenso an wie Briten und Amerikaner, die mit dem politischen System ihrer Staaten gebrochen hatten. 1944 schließlich zählte die Standarte »Kurt Eggers« schließlich 1.800 Kriegsberichter, die bis zu diesem Zeitpunkt etwa 80.000 Frontberichte geschrieben und an zwei Millionen Fotos geschossen hatten.
Als sich die Situation an der Ostfront immer kritischer gestaltete, schlug Gunter d’Alquen dem SS-Hauptamt vor, mit seinen Leuten in vorderster Linie der Front ein kombiniertes Propaganda-Unternehmen zur Zersetzung der roten Armee in Angriff zu nehmen. Unternehmen »Wintermärchen« ist in die Kriegesgeschichte eingegangen. Gefangene Rotarmisten, die sich vom Kommunismus abgewandt hatten, nannten ihre Beweggründe und forderten ihre Kameraden auf, die Seiten zu wechseln. Der Erfolg dieser Kriegspropaganda war so groß, dass er später gegen über den US-Soldaten an der Italienfront wiederholt wurde.
Gunter d’Alquen war es auch, der Heinrich Himmler ungeschminkt und wiederholt auf die grundlegend falsche Behandlung der Ostvölker durch die deutsche Besatzung hinwies. Leidenschaftlich befürwortete er die Aufstellung einer russischen Freiwilligen-Armee unter General Wlassow.
Bislang unveröffentlichte Quellen und Gesprächsprotokolle zeigen völlig neue Gedankengänge, die in der Waffen-SS entwickelt, aber zu spät oder gar nicht verwirklicht wurden.

 
 

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