H. K. Horken
Ex nocte lux
Enträtselte Urgeschichte im Licht der Forschung
448 Seiten, 70 Abbildungen, Leinen
Kurztext:
Die Geschichte der Eiszeiten hat die Entwicklung der Menschen – insbesondere der Europäer – entscheidend bestimmt. Über Ursachen und Folgen dieser Glazialperioden gibt es noch keine befriedigende Theorie. Hier wird fachübergreifend ein in sich schlüssiges Modell zu ihrer Erklärung vorgelegt: Das Ergebnis ist verblüffend, umstürzend, überzeugend. Viele bisherige Widersprüche erfahren eine befriedigende Auflösung.
Langtext:
Die Geschichte der Eiszeiten hat entscheidend die Entwicklung der Menschen – insbesondere der Europäer – bestimmt. Über Ursachen und Folgen dieser Glazialperioden gibt es noch keine befriedigende Theorie. Hier wird ein in sich schlüssiges Modell zu ihrer Erklärung vorgelegt. Das Ergebnis ist verblüffend, umstürzend, überzeugend: Wir erfahren – naturwissenschaftlich begründet –, warum Eiszeitzen entstehen und enden, daß wir selbst heute in den Anfängen eines neuen Eisvorstoßes stecken. Fachübergreifend aus u. a. Archäologie, Geophysik, Meteorologie, Sprachwissenschaft, Mythologie wie Ethnologie fügen sich neue Erkenntnisse zusammen und geben für viele bisherige Widersprüche eine befriedigende Auflösung, auf zahlreiche Fragen eine überzeugende Antwort. Wir erleben, wie die Menschen ›hinter dem Eis‹ im Norden an harten Umweltbedingungen wachsen und neue Überlebenstechniken ausbilden, wie Naturkatastrophen – in alten Mythen aufbewahrt – ihren Lebensraum einengen, so daß sie zur See wie über Land sich neue Heimaten suchen müssen und im Süden dann als geschichtlich greifbare Völker auftauchen. Auf äußerst packende Weise wird der Schleier vor der Vorgeschichte Europas gelüftet, lösen sich Rätsel früherer Jahrtausende, wird eine neue Gesamtschau der frühen Jahrhunderttausende unseres Kontinents geboten.- Dem bisher meist vertretenen ›Ex oriente lux‹ wird das ›Ex nocte lux‹ gegenübergestellt. Statt aus dem Orient kamen entscheidende Anstöße für Europa aus dem Norden.
Klappentext:
In ihren entscheidenden Stadien hängt die Menschheitsentwicklung eng mit dem glazialen Geschehen der Erdentwicklung zusammen. Aber bisher hat die Wissenschaft weder die sehr frühen Südhalbkugel-Vereisungen noch die allen geläufigen Nordhalbkugel-Vereisungen - die sogenannte ›Große Eiszeit‹ - hinsichtlich Ursache, Entstehung, Verlauf und Ende plausibel erklären können. Alle entsprechenden Versuche sind gescheitert, weil sich die Forschung zur unerläßlichen Voraussetzung - interdisziplinäre Zusammenarbeit - bisher nicht verstehen konnte. »Das Wasser zwischen den Fakultäten war viel zu tief.«
So ist nun das Bild jener Jahrtausende, Jahrhunderttausende eiszeitlichen Geschehens unvollständig, verschwommen, an entscheidenden Stellen total verzeichnet. In dieses unzuverlässige Bild hat man den Aufstieg der Menschheit zu Kult und Kunst, Kultur und Zivilisation, Sprache und Schrift, Städten und Staaten hineinprojiziert, so gut oder so schlecht es ging. Infolgedessen ist auch das, was wir die Menschheitsgeschichte nennen, - »um die wir nicht nur wissen, sondern aus der wir leben«, die allein »die Maßstäbe für den Sinn unseres gegenwärtigen Lebens« (Jaspers) zu geben vermag - lückenhaft oder falsch, ja stellt entscheidende Vorgänge unserer Entwicklung auf den Kopf. Und dieses Zerrbild wird immer wieder kolportiert, verstellt uns den unbefangenen Blick auf jene vergangene und damit auch auf unsere lebendige Wirklichkeit.
In einer übersichtlichen und großartigen Zusammenschau stellt Horken unser Weltbild, unsere Vorstellung von Erdgeschichte und menschlicher Urgeschichte Punkt für Punkt - sachlich, unvoreingenommen, systematisch - richtig. Dabei werden die Ergebnisse von Archäologen, Prähistorikern, Geophysikern, Meteorologen, Datierungschemikern, Sprach-, Religions-, Verhaltensforschern, Ethnologen und Soziologen verwertet. Das Ergebnis ist verblüffend, umstürzend, überzeugend. Wir erfahren, warum Eiszeiten entstehen und enden, daß wir selbst in den Anfängen ein neuen Eisvorstoßes stecken; warum weite Länder auftauchen und wieder im Meer versinken, Regenparadiese sich in Wüsten und Jahrtausende später wieder zurück verwandeln. Wir erleben den Frühmenschen hinter dem Eis, in halbjähriger Nacht, in einem fruchtbaren Land am Polarmeer, aus dem er dann vor der Flut flüchten muß, wobei er seinen Sonnen-Monotheismus, seine Symbole, seine Kultur, seine Kenntnisse von Seefahrt und Schiffbau, von Erzverhüttung, Getreideanbau und Viehzucht, Pferdezucht und Wagenbau, von Schrift und Kalender weltüber südwärts trägt. Ex nocte lux! Licht aus der Nacht! Und gleichzeitig ein Licht in dem Dunkel unseres Wissens um die Urgeschichte! Nie erkannte Zusammenhänge werden deutlich, unsere Vorfahren, wenn auch in anderer Weise und Umwelt, zeigen sich als Menschen wie Du und ich, von den gleichen Sorgen geplagt wie wir: Überbevölkerung - Raumnot - Hunger!
H. K. Horken, hinter diesem Namen verbirgt sich ein außergewöhnlicher Forscher und Schriftsteller, der vorsichtige Argumentation mit packender Schilderung, wissenschaftliche Übersicht mit künstlerischer Begabung verbindet, dessen Buch die Menschheitsgeschichte der Urzeit vor unseren Augen entdeckt und wiederbelebt.
Inhaltsverzeichnis:
Kapitel 1
ANFRAGE BEIM MYTHOS 13
Was ist Mythos? 14
Der goldene Apfel 16
Von den drei Götterkreisen 19
Uranus wird entmannt 23
Kronos verschlingt seine Kinder 26
Der Menschenfreund 30
Wir glauben den Mythen 32
Im Schweiße deines Angesichts 33
Kapitel 2
DER MENSCH UND DAS MEER 39
Ist die Wissenschaft wasserscheu 40
Ein Forscher fährt zur See 42
Navigation einst und jetzt 44
Pazifische Seefahrt unter Steinzeitbedingungen 48
Kleinerer Atlantik macht größere Sorgen 52
Der ›fahrbare Untersatz‹ 53
Wir brauchen einen Anwalt 58
Winde wehen für alle Kapitäne 64
Kapitel 3
IM KIELWASSER DER PHOINIKER 67
Belegte Hochseereisen 69
Geheimnisvolle Seefahrtspuren 72
Eine herrliche Küste 75
Wer waren die Phoiniker? 76
Menschenraub 78
Homer liebt die Phoiniker nicht 79
Karawanenhändler werden Seefahrer 81
Ungereimtheiten 84
Kapitel 4
URSACHE UNBEKANNT 89
Geographie und Physik als Helfer 91
Tastende Versuche 93
Das glaziale Geschehen gewinnt Gestalt 95
Spreu und Weizen 98
Eis und Kälte 101
Woher kommt das viele Wasser? 103
»Hier irrt Goethe« 105
Etwas von Wetterfröschen 108
Kapitel 5
DAS MODELL 111
Beschreibung 111
Das Modell leistet Arbeit 113
Das Modell wird elastisch 117
Neuräume tauchen auf 120
Gletscher wachsen 125
Orkane rasen 128
Und in Amerika? 132
Kapitel 6
DEM SATZ VOM GRUNDE FOLGEND 141
Der Golfstrom unter der Lupe 141
Wie die Eiszeit endet 145
Was wird mit dem Golfstrom? 148
Kehrt sich einfach alles um? 150
Wie sah die Erde vor der Eiszeit aus? 154
Zeit und Ewigkeit 159
Und die Kontinente bewegen sich doch 162
Kapitel 7
EINE NEUE EISZEIT 165
Beobachtete Symptome 166
Ein Bohrkern bringt es ans Licht 171
Andere Wärmequelle? 174
Mitwirkende Kräfte? 176
Vulkanismus 178
Bilanz 181
Kapitel 8
DER MENSCH UND DAS EIS 184
Blick auf die Südhalbkugel 184
Reaktionszwang in Permanenz 186
Milchmädchenrechnungen 187
Wanderung durch die frühe Glazialzeit 190
Varianten und Nuancen 194
Aus Binnenjägern werden Küstenmenschen 196
Strandmenschen werden Seeleute 199
Westliche Jäger-Sammler in Warmzeiten 202
Das Milieu formt die Menschen 206
Leben im Mittelmeerraum 209
Bilanz 210
Die Eiszeit wird erbarmungslos 211
Zunehmende Menschenzahlen 216
Eiszeit - Drama in Stichworten 219
Kapitel 9
FRUCHTBARES MISSTRAUEN 226
Letzte Eiszeit-Zeugen 229
Und weiter im Osten? 234
Karten sagen aus 236
Manches verrät die Sprache 237
Grenzen der Beweisführung 241
Arktische Lebensformen 243
Der Siedlungsbericht 247
Zucht oder Zufall? 252
Besser oder schlechter als Grönland? 256
Kapitel 10
RASSE NÜCHTERN BETRACHTET 258
Seit wann kennt man Rassen? 259
Begriffsbestimmung 261
Pigment ist kein Sprengstoff 263
Äußere Merkmale 265
Porträt einer Rasse 268
Erscheinung und Umwelt 273
Die Wiege der Menschheit 277
Grammatik als Detektiv 279
Es gibt keine rassische Wunderdroge 283
Kapitel 11
SOZIOLOGISCHE STRUKTUREN 291
Glaube aus der Natur geschöpft 292
Zwiefach vertrieben 296
Vielerlei Impulse 299
Cellophanfolien als Hilfe 304
Blut als Wegweiser? 307
Überbevölkerung und Hunger 309
Gleiche Gedanken zur gleichen Zeit 313
Kapitel 12
WEGE UND ZIELE 317
Routen - Etappen - Sackgassen 318
Darf man Maßstäbe manipulieren? 321
Wasserverbindungen auf Zeit 324
Tiefer ins Herz Asiens 328
Spuren im Pazifik 332
Bewegung im Stillen Ozean 335
Konkurrenz im Pazifik 336
Der schweifende Mensch 338
Kapitel 13
RÜCKBLENDE 340
Geprägte Kunde 342
Schiff und Hochseefahrt 348
Die technische Seite 353
Jenseits von Suez 356
Kapitel 14
MEGALITHKULTUR, ETRUSKER, KELTEN 361
Wenn Steine reden könnten 361
Ausbreitung der Megalith-Kultur 366
Resumée 375
Das etruskische ›Geheimnis‹ 376
Tyrrhenische Seefahrt 380
Der Keltensturm 383
Wesen und Wandel 387
Kapitel 15
UNGELÖSTE FRAGEN 390
Am Tag der tiefsten Nacht 390
Wozu ein Labyrinth? 391
Der Atlantis-Bericht 393
›Utopische‹ Staatsromane 395
Ein Bericht wird seziert 398
Interpretationskunststücke 401
Allerorten Atlantis 404
Atlanter und Seevölker 407
Ein Rätsel wird Forschungsobjekt 412
Die Odyssee 415
Eindeutige Aussagen 419
Fragen ohne Ende 424
Nachwort 430
Nicht mehr - noch nicht 432
Über den Autor:
keine Angaben
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