Sebastian Pella
Ludwig Woltmann

32 Seiten, A5 Format, geheftet, broschiert

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Darwinismus und Sozialismus im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert brachte als führende Persönlichkeit Ludwig Woltmann hervor, dessen Name im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend mit den Rassentheoretikern Gobineau und Chamberlain verbunden wurde. Dies bezog sich vornehmlich auf seine rassentheoretischen Gedankengänge in der von ihm herausgegebenen "Politisch- Anthropologischen Revue" (1902-1907) sowie seinen Werken "Politische Anthropologie" (1903), "Die Germanen und die Renaissance in Italien" (1905) und "Die Germanen in Frankreich" (1907). Für die nachfolgende Rezeption Woltmanns bezeichnend, steht die Veröffentlichung dieser drei Werke in einer Neuausgabe von 1936, deren Herausgeber Otto Reche bewußt diese für die nationalsozialistischen Machthaber genehmen Anschauungen Woltmanns zusammenfaßte und somit maßgeblich an der Reduktion dessen überlieferten Denkens auf rassentheoretische Betrachtungen beitrug und geflissentlich auf andere, frühere Gedankengänge Woltmanns verzichtete. Woltmann erfuhr in der wissenschaftlichen Beschäftigung der jüngsten Zeit fast keinerlei Beachtung, so daß auf philosophischem – wie generell auf geisteswissenschaftlichem – Gebiet lediglich die Dissertation Jürgen Mischs, die neben Peter Emil Beckers zusammenfassender, als Abschnitt in seinem Buch auftretender Darstellung über Woltmanns Wirken einen wesentlichen Bestandteil der dieser Arbeit zugrundeliegenden Sekundärliteratur bildet, als monographisches Werk existiert. Bevor im Hauptteil dieser Ausarbeitung wieder zu den biologisch-politischen Darlegungen in der "Politischen Anhropologie" zurückgekehrt wird, seien noch einige Anmerkungen zu den früheren Werken Woltmanns, die für das Verständnis dessen späterer Darstellungen unerläßlich sind, unternommen.

 
 

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