Ulrich Crämer (Hg.)
Homer: Ur-Odyssee

230 Seiten, 18 Holzschnitte, 25 Vignetten, gebunden

Kurztext:

Von allen Hinzfügungen gereinigt, die sich – zum großen Teil noch in der Antike – in Form störender Wiederholungen, Widersprüche und sinn- und zusammenhanglosen Beiwerks angesammelt hatten, liegt hier das einzigartige Werk in seiner vermutlich Homerschen Urgestalt vor.

Langtext:

Das Odysseus-Epos Homers, eines der bedeutendsten kulturellen Vermächtnisse der Antike, hat bereits während der ersten tausend Jahre nach seiner Entstehung bedeutende Veränderungen erfahren: es wurde immer länger. Schon in der hellenistischen und römischen Zeit wie auch später in der Epoche der deutschen Klassik, die sich wieder verstärkt mit den Epen Homers beschäftigte, wurde erkannt, daß die Odyssee einen erheblichen Ballast in Form späterer Hinzufügungen mitschleppte. Niemand freilich brachte es über sich, auch nur einen der geheiligten Hexameter der berühmten Dichtung zu streichen. In der neuen Unterteilung in vier große Abschnitte -statt der ebenfalls nicht von Homer stammenden »Gesänge« - wirkt das Werk schon auf den ersten Blick straffer, frischer, zügiger erzählt, unmittelbarer, ursprünglicher, echter. Zugrunde gelegt wurde die Übersetzung von J. H. Voß von 1781, weil das Epos bislang in dieser Form am bekanntesten ist, der Vergleich von neuer und alter Fassung also besonders leichtfällt. Erläuternde Texte und Tabellen sind der Neufassung beigegeben. Eine Großdichtung wie diese in neuer Fassung vorzulegen erfordert Verantwortung und bedeutet immer ein Wagnis. Herausgeber und Verlag versprechen sich davon eine neubelebte Auseinandersetzung mit dem einzigartigen Werk, in einer Zeit, die seine Thematik in besonderer Weise aufnimmt und versteht: Das 20. Jahrhundert ist die Periode der Irrfahrten der Menschenmillionen, der Suche nach Heimat, der physischen und psychischen Entwurzelung und der an ihrer Identität zweifelnden Menschen. Der große Wurf eines der bedeutendsten abendländischen Genies!

Über den Autor:

ULRICH CRÄMER, geb. 1907 in Krefeld; 1940 Professor in München; 1950–75 Mitarbeiter bei Brockhaus. Bücher, u.a.: ›Die Reichsstadt Straßburg 1521–1681‹, 1930; ›Napoleon in Weimar 1807‹, 1934; ›Die Humminfurt‹, 1950; ›Das Allgäu. Werden und Wesen eines Landschaftsbegriffs‹, 1954.

 
 

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