Gustav Sichelschmidt (Hrsg.)
Vor Preußen wird gewarnt
Lesebuch zur preußischen Geschichte
256 Seiten, viele s./w. Abbildungen, Pb.
Schwarz und weiß sind die Farben Preußens, und ebenso wie diese Farbsymbolik polarisiert Preußen bis heute die Gemüter: Hort des Militarismus für die einen, fortschrittlich-liberales Staatsmodell für die anderen. Beide Gründe mögen die Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg bewogen haben, diesen Staat per Dekret zu verbieten. Vielleicht war es aber auch etwas anderes, das die Alliierten zu diesem Schritt bewog: Die preußische Staatsauffassung steht seit Jahrhunderten für Erfolg!
Als sich vor 300 Jahren ein brandenburgischer Kurfürst in Königsberg eigenmächtig zum König ernannte, lachte die Welt. Als sein Enkel sich über ein halbes Jahrhundert später der Großmacht Österreich auf dem Schlachtfeld widersetzte, erweckte Preußen Respekt. Doch als das Friedenswerk Preußens für alle sichtbar wurde, erntete der Staat Bewunderung. - Preußen hat sich die Abneigung seiner Feinde wie auch die Zuneigung seiner Freunde hart erarbeitet.
Mit Gustav Sichelschmidt begeben wir uns auf die Suche nach dem Mythos "Preußen". Anhand von Selbstzeugnissen bedeutender Preußen nähern wir uns einer Standortbestimmung an. Und der Funke springt über: Der preußische Geist lebt weiter und hat immer noch die Kraft, den interessierten Leser zu fesseln. Wir lesen von einem Staat, der verboten wurde und der trotzdem nicht aufzulösen war.... Denn Preußen ist eine Haltung. Und gerade das derzeit wieder erwachende allgemeine Interesse an Preußen ist ein Beweis dafür, daß Preußen noch nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.
Autoren, deren Texte Steinchen in diesem ebenso informativen wie unterhaltsamen "Preußen"-Mosaik bilden, sind u.a. der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm, Friedrich der Große, Ewald von Kleist, Friedrich Wilhelm II., Luise von Preußen, Heinrich von Kleist, Friedrich August von der Marwitz, Karl von Clausewitz, Heinrich Friedrich vom und zum Stein, Ernst Moritz Arndt, Joachim Nettelbeck, Johann Gottlieb Fichte, Gerhard von Scharnhorst, Neidhardt von Gneisenau, Max von Schenkendorf, Theodor Körner, Johann Yorck von Wartenburg, Gebhard Leberecht von Blücher, Friedrich Wilhelm III., Johann Wolfgang von Goethe, Willibald Alexis, Leopold von Ranke, Heinrich von Treitschke, Wilhelm I., Otto von Bismarck, Hellmuth von Moltke, Alfred von Schlieffen, Wilhelm Dilthey, Hans von Seeckt, Arthur Moeller van den Bruck, Oswald Spengler, Theodor Fontane, Reinhold Schneider, Hans-Joachim Schoeps u.v.a.m.
Der Herausgeber dieses Preußen-Lesebuches, der 1996 verstorbene Dr. Gustav Sichelschmidt, trat vor allem mit bissig-satirischen Betrachtungen über die politische Gegenwart in Erscheinung und hat sich mit seiner fundierten Zeitkritik einen treuen Leserkreis erobert. In dem umfangreichen Nachlaß des Erfolgsautors fand sich auch diese bisher unveröffentlichte Anthologie, die mit teilweise seltenen Texten das Phänomen Preußen zu erfassen sucht.
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