Franz W. Seidler
Schuldig!

Die alliierten Siegerprozesse gegen Soldaten, Polizisten und Zivilisten

288 Seiten, viele s/w. Abbildungen, gebunden im Großformat

Fliegerprozesse, Malmedy-Prozeß, Oradour-Prozeß, Schanghai-Prozeß. – Der Siegerjustiz ab 1945 ging es um die kollektive Kriminalisierung des deutschen Volkes. Deshalb war ihr jedes Mittel recht, Deutsche vor die Schranken ihrer Tribunale zu zerren. Während des Krieges war es vereinzelt vorgekommen, daß aufgebrachte Deutsche die Piloten notgelandeter oder abgeschossener britischer und amerikanischer Terrorbomber kurzerhand liquidierten. Trotz des eigenen Unrechts hunderttausendfachen alliierten Massenmordes an Zivilisten aus der Luft scheuten sich die Sieger nicht, jeden einzelnen betroffenen Deutschen vor Gericht zu zerren. Der Autor schildert detailliert 18 dieser völlig verschieden gelagerten Fälle, bei denen manchmal von den Piloten unmittelbar zuvor Kriegsverbrechen, z.B. Beschuß von Sanitätsfahrzeugen, verübt worden waren oder Personen, die ihre gesamte Familie durch feindliche Bomber verloren hatten, im Affekt handelten. Oft klagten die Alliierten auch Zuschauer solcher Lynchjustiz oder völlig Unbeteiligte an; denn es ging ihnen gar nicht um die Bestrafung individueller Schuld sondern um Rache und Vergeltung. Im Malmedy-Prozeß wurden ehemalige Waffen-SS-Angehörige gefoltert und mit Scheinhinrichtungen gequält, denen man – zu Unrecht – die Tötung von US-Kriegsgefangenen vorwarf. Manche Namen wie Oradour-, Manstein- oder Schanghai-Prozeß hat man zumindest einmal gehört, aber von der namenlosen Zahl weiterer solcher Prozesse weiß heute praktisch niemand mehr etwas. Der Autor hat erstmals dieses dramatische Geschehen, das parallel zu Entnazifizierung und Umerziehung ablief, dokumentiert und den Weg der Angeklagten bis in die Gefängnisse der Sieger oder an den Galgen von Landsberg verfolgt.

 
 

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