Peter Bollmann, Ulrich March, Traute Petersen
Kleine Geschichte der Deutschen
191 Seiten, 10 Fototafeln, broschiert
Dissertationen über historische Aspekte umfassen heute in der Regel dreihundert Seiten oder mehr. Deshalb verblüfft es, wenn drei Autoren das Unternehmen wagen, eine Gesamtdarstellung der deutschen Geschichte in einem schmalen Bändchen unterzubringen. Eine solche Konzentration auf das Wesentliche erfordert Urteils- und Formulierkraft. Das Ergebnis ist in diesem Fall die Kleine Geschichte der Deutschen von Peter Bollmann, Ulrich March und Traute Petersen. In seinen besten Stellen faßt das Buch die Essenz von Ereignissen und Epochen formelhaft und gültig in wenigen Sätzen zusammen.
Die Kleine Geschichte der Deutschen setzt dort ein, wo die deutsche Sprachgemeinschaft an der Schwelle zum Hochmittelalter erstmals faßbar wird und läßt die germanischen Grundlagen außer Acht.
Die Darstellung verfolgt die Geschichte der deutschen Kulturnation als einer ethnischen Großgruppe, die sich durch Herkunft, Sprache und Mentalität verbunden fühlt. Neben den Kernräumen, gleichsam den Gravitationszentren der deutschen Geschichte, werden einzelne Randbereichen einbezogen, die sich der deutschen Nation heute nur noch locker oder überhaupt nicht mehr verbunden fühlen.
Die Kleine Geschichte der Deutschen geht von einem unauflöslichen Zusammenhang zwischen politischer, sozialer und geistiger Entwicklung aus und ist somit Staats-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte zugleich. Zudem wird gewissen Verhaltensmustern "der Deutschen" nachgespürt, wie sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder beobachtet werden können.
Aus dem Inhalt: Stammesstaat und Adelsgesellschaft/ Territorialstaat und Ständegesellschaft/ Fürstenstaat und höfische Gesellschaft/ Verfassungsstaat und bürgerliche Gesellschaft/ Parteienstaat und pluralistische Gesellschaft.
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