Reichsminister Rudolf Heß
Stellvertreter Hitlers, Gescheiterter Friedensbote, Gefangener von Spandau
160 Seiten, viele farbige und s/w. Bilder, gebunden im Atlas-Großformat
Rudolf Heß war der am längsten inhaftierte politische Häftling der Neuzeit. Sein Tod im Spandauer Gefängnis, das zuletzt nur noch für diesen einen Häftling betrieben wurde, gibt bis heute Rätsel auf, und es scheint so, als ob verhindert werden soll, daß die offizielle Selbstmord-These hinterfragt wird.
Rudolf Heß war der "Stellvertreter des Führers" in der NSDAP. Es entzieht sich der Phantasie der meisten Menschen, sich vorzustellen, was für Aufgaben Rudolf Heß konkret in dieser Funktion wahrzunehmen hatte. Dies war offiziell keine staatliche, sondern eine Partei-Stellung, denn Heß vertrat Hitler nicht als Reichskanzler, sondern als Führer der NSDAP. Durch seinen gleichzeitigen Rang als Reichsminister ohne Geschäftsbereich verwischte sich die Trennung zwischen Staat und Partei wieder. Die Bilder dieses Buches zeigen, daß es sich bei seiner Tätigkeit um breit angelegte Repräsentationsaufgaben handelte, z.B. immer wieder die Eröffnung und Leitung von Großveranstaltungen vom Parteitag über Arbeitskammerkongresse bis zum Internationalen Homöopathenkongreß. Seine Ansprachen galten im Gegensatz zu denen anderer Redner als "versöhnend", und so hielt er etwa die jährlich über den Rundfunk verbreitete Weihnachtsansprache an die Deutschen in aller Welt. Daneben sah man ihn an den Brennpunkten des politischen und gesellschaftlichen Geschehens, sei es im Zusammenhang mit der Rückkehr des Saarlands 1935, den Olympischen Spielen 1936, dem Österreich- und Sudetenlandanschluß 1938, der jahrlichen Eröffnung der Bayreuther Wagner-Festspiele oder der Sammlungen des Winterhilfswerkes. Ein Teil der typischen Pflichten eines Reichspräsidenten war, seitdem Hitler dieses Amt zusätzlich innehatte, auf Rudolf Heß übergegangen.
Dieser Bildband nähert sich der Person Rudolf Heß durch die Bilder des jungen Studenten und Jagdfliegers, des politischen Revolutionärs, des Parteisoldaten, des Reichsministers, des liebevollen Familienvaters und schließlich des wagemutigen Friedensfliegers, des Angeklagten des Nürnberger Tribunals und des berühmten Gefangenen "Nr. 7".Mit diesem Bildband werden neue Maßstäbe der Bilddokumentation gesetzt: Nur gestochen scharfe, oft unbekannte Bilder werden meist ganz- oder doppelseitig gezeigt. Im Textteil des Bandes wird das politische Leben von Heß kritisch und distanziert behandelt.
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